Man weiß, dass man mit 18 Jahren als volljährig und Erwachsen gilt. Aber ist unser Gehirn dann auch schon ausgewachsen?
Das menschliche Gehirn ist ab dem 25. Lebensjahr ausgewachsen. Die Hälfte von dem Gehirn besteht aus geerbten der Familie und die andere Hälfte durch Erfahrungen und erlernte Fähigkeiten. Das Gehirn behält ihre Plastizität, also die Fähigkeit des Gehirns, sich durch Erfahrungen, Lernen und auch Verletzungen strukturell und funktionell zu verändern, im laufe des Alters bei. Das Gehirn versucht sich immer weiterzuentwickeln und alte nicht brauchbaren Informationen zu löschen. Die Plastizität sorgt dafür, dass wir beispielsweise nach einem Schlaganfall, das laufen oder Sprechen neuerlernen können.
Das Jugendliche Gehirn, hat hingegen zum Erwachsenen Gehirn ganz andere Aufgaben.
Zwischen dem 15. Und 17.Lebensjahr befindet sich das Gehirn in einer radikalen Umbauphase. Die Phase kann auch zu einer Destabilisierung führen. Das ist auch der Grund, weshalb Jugendliche oftmals anders reagieren als Erwachsene. In dieser Zeit, werden Nervenbahnen ausgebaut. Man kann sich diese Bahnen, die in der sogenannten weißen Substanz liegen, als „Verbindungskabel“ zwischen den verschiedenen Teilen des Gehirns vorstellen. Diese neuen Verbindungen prägen uns oft ein Leben lang. Bei diesem komplexen Umbau im Gehirn, spielt das Steuerungssystem Endocannabnioid eine wichtige Rolle. Dieses System regelt genau wann welche Nervenzellen verbunden werden. Hierbei benutzt das System Substanzen aus unserem eigenen Körper – quasi eigene Cannabinoide. Wenn jetzt aber ein junger Mensch Cannabis konsumiert, kommt der Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) hinzu. Dadurch wird das Gehirn mit ganz vielen Cannabinoiden geflutet und dies bleibt nicht ohne Folgen.
Langzeitfolgen eines frühen Cannabis Konsums, vor allem bei Jugendlichen ist erschreckend. Bei Jugendlichen konnten strukturelle Veränderungen im Gehirn nachgewiesen werden, die regelmäßig Cannabis konsumieren. Beispielsweise wurde ein verkleinerter Hippocampus, der für das Langzeitgedächtnis verantwortlich ist, festgestellt. Außerdem wurde eine Veränderung der geistigen Leistung wie zum Beispiel die Aufmerksamkeit oder auch die Impulskontrolle nachgewiesen. Studien, die unteranderem die Folgen nachgewiesen haben, konnten nicht genau sagen, ob die Folgen von dem Cannabiskonsum stammen oder ob sie vor dem Konsum schon bestanden. Spezielle strukturelle Unterschiede könnten auch dazu führen, dass man eine Neigung zu späterem Cannabis Konsum haben könnte.
Unser Gehirn ist bis Mitte 20 eine sensible Großbaustelle. Die wichtigste Botschaft lautet: Das Cannabis-Wirkstoff THC stört diese kritische Reifung aktiv, gefährdet die Leistungsfähigkeit und kann die Entwicklung in einem „pubertätsähnlichen Zustand“ festhalten.
Die gute Nachricht ist aber auch die beste Motivation: Unser Denkorgan ist unglaublich plastisch! Der Ausstieg lohnt sich immer. Wer den Konsum beendet, belohnt sein Gehirn mit messbarer Regeneration.
Geben Sie der besten Version Ihres Gehirns die Chance, sich voll zu entfalten!
Literatur- und Quellenverzeichnis:
BZgA (2024): Cannabis. In: drugcom.de Drogenlexikon. URL: https://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-c/cannabis/ [Abruf: 07.10.2025].
BZgA (2020): Wie schädlich ist Cannabiskonsum für das Gehirn junger Menschen? In: drugcom.de. URL: https://www.drugcom.de/newsuebersicht/topthemen/wie-schaedlich-ist-cannabiskonsum-fuer-das-gehirn-junger-menschen/ [Abruf: 07.10.2025].
BZgA (2021): Hirnveränderungen durch frühen Einstieg in das Kiffen. In: drugcom.de. URL: https://www.drugcom.de/newsuebersicht/topthemen/hirnveraenderungen-durch-fruehen-einstieg-in-das-kiffen/ [Abruf: 07.10.2025].
USZ (2021): Das Gehirn wächst an seinen Aufgaben. In: Universitätsspital Zürich. URL: https://www.usz.ch/das-gehirn-waechst-an-seinen-aufgaben/ [Abruf: 07.10.2025].
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