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Tabak

Fünf Minuten, die sich lohnen könnten

Die gute Nachricht zum Thema Rauchen ist: Der Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Tabakprodukte rauchen, hat seit Anfang der 2000er Jahre abgenommen. Die schlechte Nachricht zum Thema Rauchen ist: Nach wie vor ist das Rauchen in den Industrienationen das bedeutendste einzelne Gesundheitsrisiko und die führende Ursache vorzeitiger Sterblichkeit. Wie können wir als Mitarbeitende im sozialen oder Gesundheitsbereich Raucher*innen ein wenig anstupsen, auch wenn dies nicht oberste Priorität im Kontakt hat?
Ein paar Dinge, die nicht mehr als 5 Minuten benötigen, könnten dabei helfen:

  1. Den Rauchstatus immer mit abfragen
    „Wie sieht es bei Ihnen / bei Dir mit dem Rauchen aus?“
    Wenn jemand antwortet, dass er oder sie raucht, fragen, wo der oder diejenige damit steht.
    Formulierungsbeispiele: „Wie fein sind bist Du damit?“ oder „Zufriedene Raucherin?“ oder „Wie stehen Sie selbst dazu?“ oder „Und wie geht es Ihnen mit dem Thema Rauchen?“
  2. Eine motivierende (aber nicht in etwas reindrängende) Reaktion zeigen
    Dies könnte je nach vorheriger Aussage sein: „Oh, das heißt, momentan ist Aufhören kein Thema?“ – „Es ist also okay für Dich, aber irgendwann willst Du es vielleicht angehen.“ – „Oh, Sie sind an einem Punkt, wo es Ihnen eher lästig ist. Wenn Sie wollen, kann ich Sie da gerne ein wenig unterstützen, zum Beispiel könnte ich die App XY empfehlen / mit Ihnen nach einem passenden Kurs schauen / Ihnen eine wirklich gut gemachte Rauchfrei-Broschüre mitgeben.“
  3. Die Ambivalenz aufgreifen
    Zum Beispiel so: „Das Rauchen hilft Ihnen zur Zeit, mit Stress besser klarzukommen, aber auf Dauer merken Sie, dass es Ihnen nicht gut tut.“
    Wirkungsvoll ist auch, eine Diskrepanz zu dem aufzugreifen, was der Person wichtig ist: „Das Rauchen gehört für Sie einfach dazu, aber Sie merken zunehmend, …“
    – „…dass es Ihnen an den Geldbeutel geht“ – „… dass Sie es schwierig finden in der Vorbildfunktion für Ihre Kinder“ – „…dass Sie nicht mehr so fit sind wie früher“.
  4. Das Thema wertschätzend abschließen
    Formulierungsbeispiele je nach Situation: „Ich finde es gut, dass Sie sich mit dem Thema doch befassen…,
    – „…auch wenn Sie gerade nicht konkret aufhören wollen.“- „…und für sich abwägen, ob das Rauchen noch zu Ihnen passt“
    Abschießend könnte man anbieten: „Wenn Sie irgendwann später auf das Thema zurückkommen wollen, werde ich dafür ein offenes Ohr haben.“

Diese Materialien und Links können unterstützend sein:

Und natürlich können Sie auf unsere Beratungsstellen verweisen!

Literatur- und Quellenverzeichnis:

DHS (2025): Jahrbuch Sucht 2025. URL: https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Jahrbuch_Sucht/JBSucht2025_komplett_WEB.pdf [Abruf: 07.04.2026].


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