Zum Inhalt springen

Neue Nikotinprodukte

Dass neue Nikotinprodukte einen großen Reiz auf unsere Zielgruppe ausüben, lässt sich auf verschiedenen Ebenen feststellen: Immer mehr Ratsuchende kommen mit der Hauptdiagnose Nikotin in die Beratung; in den Schulpräventionen wird das Thema Vapes/Snus explizit als Wunschthema genannt. Der Erstkonsum von Einweg-E-Zigaretten und Nikotinbeuteln bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nimmt zu. Diese Produkte werden gezielt und aggressiv an Jugendliche vermarktet, ebenso spielt die Verbreitung auf Social Media eine Rolle. Die hohe Attraktivität liegt zum einen im Design und den verschiedenen Aromen, zum anderen in der Konsumform selbst begründet: Vapes lassen sich mal kurz auf der Schultoilette, am Bahnsteig oder sonst zwischendurch konsumieren, ohne den lästigen Zigarettengeruch in Kauf nehmen zu müssen.

Gefahren: Bei den Vapes wird kein Wasserdampf eingeatmet, sondern kleine Partikel, die tief in die Lunge eindringen. Langzeitfolgen sind noch nicht bekannt, aber die hohen Anteile von Propylenglycol und Glycerin können Atemprobleme erzeugen und die Inhaltsstoffe stehen in Verdacht, Krebs auszulösen. Auch durch das Verdampfen der Liquids entstehen krebserregende Stoffe, wie Formaldehyd, Acetaldehyd und Acrolein. Hinzu kommt, dass der größte Teil aus Fernost stammt – und somit keine Qualitäts- und Sicherheits-Standards garantiert sind. Ein weiterer Aspekt ist der Umweltschutz: Die Einmal-Vapes müssen als Sondermüll entsorgt werden.

Vapes: Foto von Hyla auf unsplash

Snus bzw. Nikotinbeutel werden unter die Oberlippe geschoben und zwischen Backentasche und Zahnfleisch im Mund behalten, bis Wirkung und Geschmack nachlassen. Das enthaltene Nikotin (bei Snus = Tabak, bei Nikotinbeuteln = Nikotinpulver) gelangt über die Schleimhaut in den Körper. Der Nikotingehalt schwankt stark: zwischen 1,79 mg und 47,5 mg, im Mittel 9,48 mg/Beutel – zum Vergleich: in der EU liegt die Obergrenze für den Nikotingehalt im Rauch einer Zigarette bei 1 mg. Mögliche Folgen können sein: Nikotinschock sowie Vergiftungserscheinungen wie Schwindel, Übelkeit, Belastung des Herz-Kreislauf-Systems, Kopfschmerzen, Atembeschwerden und -stillstand, Ohnmacht, Erkrankung der Mundschleimhaut, Zahnfleischschwund sowie Krebserkrankungen der Mundhöhle und der Bauchspeicheldüse.

Snus: Image by Bengt Wiberg from Pixabay

Fazit: Zur Entwöhnung sind die neuen Nikotinprodukte keineswegs geeignet. Bei der E-Zigarette/Vape bleibt der Habitus des Rauchens; bei den Nikotinbeuteln ist die hohe Nikotindosis und die damit verbundene Suchtgefahr das Problem. Der Einstieg in den Konsum wird eher erleichtert.

Literatur- und Quellenverzeichnis:

https://www.loq.nrw.de [Abruf: 07.04.2026]

https://www.lwl.org/ks-download/downloads/JTG2026/Programm_JTG_2026.pdf [Abruf: 07.04.2026]

https://www.rauchfrei-info.de/rund-um-tabak/tabak-rauch-und-nikotinprodukte/nikotinbeutel [Abruf: 07.04.2026]


,

Abhängigkeit Alkohol Angebot Angehörige Behandlung Beratung Betroffene Cannabis Drogen Folgen Gesundheit Hilfeangebot Hilfesystem Jugendschutz Kinder Kinder und Jugendliche Konsumreduktion Krisen Kurs MPU Nikotin Schwangerschaft Snus Sucht Suchtberatung Tabak Vapes