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FASD

Die fetale Alkoholspektrum Störung (FAS) ist eine irreparable Behinderung, welche durch den Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft ausgelöst wird. Sie zählt zu den häufigsten angeborenen Behinderungen in Deutschland, die nicht genetisch bedingt sind. Mit einer alkoholbedingten Hirnschädigung werden ca. 10.000 Kinder pro Jahr geboren. Laut aktuellen Schätzungen liegt der Anteil der Menschen mit FASD in Deutschland bei etwa 1–2%, was rund 850.000 bis 1,6 Millionen Menschen entspricht. Es wird zwischen FAS (Fetale Alkoholspektrumstörung), pFAS (Partielles Fetales Alkoholsyndrom) und ARND (Alkoholbedingte entwicklungsneurologische Störung) unterschieden. FASD bildet die allgemeine Beschreibung und ist die Abkürzung für „Fetal Alcohol Spectrum Disorders“, auf Deutsch „Fetale Alkoholspektrumstörungen“.

Konsumiert eine Mutter Alkohol in der Schwangerschaft, kommt dieser direkt bei dem Kind an. Das ungeborene Kind benötigt das zehnfache an Zeit, um den Alkohol abzubauen, da die Leber des Fötus noch nicht vollständig ausgebildet ist.

Es gibt vier Merkmale, die auf FASD hinweisen und eine Diagnose ermöglichen: Auffälligkeiten des zentralen Nervensystems, vermuteter oder bestätigter Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft, faziale Gesichtsmerkmale, Wachstumsauffälligkeiten.

Wenn alle vier Symptome auftreten, wird von FASD oder FAS gesprochen. Wenn alle Merkmale bis auf die Wachstumsauffälligkeiten bestehen, wird von pFAS ausgegangen. Menschen, die unter ARND leiden, weisen meist nur Auffälligkeiten des zentralen Nervensystems auf und haben den bestätigten oder vermuteten Alkoholkonsum ihrer Mutter in der Schwangerschaft. Diese Menschen leiden oft sehr darunter, dass ihre Behinderung äußerlich nicht erkennbar ist.


DiagnosemerkmaleFASpFASARND
WachstumsauffälligkeitenX  
Faziale GesichtszügeXX 
Auffälligkeiten des zentralen NervensystemsXXX
Vermuteter/bestätigter Alkoholkonsum der Mutter in Schwangerschaft X                    (muss bekannt/wahrscheinlich sein)X (muss bestätigt sein)

FASD kann sich bei jeder Person anders auswirken. Allerdings gilt FASD immer als eine unheilbare hirnorganische Störung. Es kann zu Fehlentwicklungen am Gehirn kommen, unter Umständen kann dieses deutlich kleiner sein. Auch der Informationsaustausch der Nervensysteme in den unterschiedlichen Bereichen wird somit negativ beeinträchtigt. Ein Gehirn ohne FASD arbeitet, indem es für bestimmte Aufgaben auf spezifische Bereiche des Gehirns zugreift. Mit FASD greift das Gehirn dahingegen für jede Aufgabe auf alle Bereiche des Gehirns zu, womit die Konzentrationsfähigkeit erschwert wird.
Auch die Emotionalität des Kindes wird geschädigt und es kann sein, dass die Fähigkeit, die eigenen Gefühle zu erkennen und zu regulieren, aber auch die eigenen Impulse zu kontrollieren, nicht oder nur gering ausgeprägt ist.

Menschen mit FASD haben nicht nur  im Kindes- und Jugendalter Schwierigkeiten, sondern auch als Erwachsene. So sind u.a. psychische und andere gesundheitliche Probleme wie ADHS und ADS oder Depressionen möglich, aber es können auch Konflikte mit dem Gesetz,  Hilfebedarfe in der Erwerbstätigkeit oder bei der Bewältigung des Alltags auftreten.

FASD kann sich bei jeder Person anders äußern, da manche Menschen stärkere Schädigungen erlitten haben als andere. Außerdem spielt auch das Konsumverhalten während der Schwangerschaft eine große Rolle, wie oft und viel die werdende Mutter konsumiert hat.
Deshalb ist es wichtig zu erwähnen, dass es keine sichere Menge Alkohol in der Schwangerschaft gibt und die Mutter komplett darauf verzichten sollte.

Literatur- und Quellenverzeichnis:

Deutsches FASD KOMPETENZZENTRUM Bayern. (o.D.).  FASD im pädagogischen Alltag (Kita und Schule).
https://www.deutsches-fasd-kompetenzzentrum-bayern.de/paedgoginnen/

Drogenbeauftragte der Bundesregierung. (2015). Wieso schadet es dem Kind, wenn eine schwangere Frau Alkohol trinkt? In Fetale Alkoholspektrumstörung – und dann? (S. 16). Berlin.
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Drogen_und_Sucht/Broschueren/FASD_Handbuch_10_27012016.pdf

FASD Hilfe. (o.D.). Die Fetale Alkohol Spektrum Störung – Informationen.
https://www.fasd-hilfe.de/was-ist-fasd/informationen

fasd-netzwerk.at. (o.D.). Wie schädigt Alkohol das sich entwickelnde Gehirn?
https://www.fasd-netzwerk.at/UeBER-FASD/Schaedigung-des-Gehirns/

Spohr, H.; Steinhausen, H. (2008). Fetale Alkohol-Spektrum-Störung: Persistierende Folgen im Erwachsenenalter. Deutsches Ärzteblatt.
https://www.aerzteblatt.de/archiv/fetale-alkohol-spektrum-stoerungen-persistierende-folgen-im-erwachsenenalter-18fac6e3-1445-4c72-9a8a-0300b0f6860a


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