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Die vergessenen Kinder – darüber redet man, oder?

Kinder aus Familien mit Sucht- und/oder psychischen Problemen

Kinder, die in Familien mit Sucht- und/oder psychischen Problemen aufwachsen, gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen in unserer Gesellschaft.
Die Problematik der Eltern bedeutet seelische Not für die ganze Familie, aber ganz besonders und oft unmerklich für die Kinder. Sie erleben häufig eine Kindheit, die von Unsicherheit, Instabilität und emotionalen Belastungen geprägt ist. Die elterliche Fürsorge, die eigentlich Schutz, Orientierung und Zuwendung bieten sollte, wird in solchen Familien durch die Krankheit eines Elternteils beeinträchtigt. Die Kinder sind eben nicht nur Mitbetroffene, sondern häufig stille Leittragende, deren Bedürfnisse in der Bewältigung familiärer Krisen in den Hintergrund geraten und oft überhaupt keine Beachtung bekommen.
Wenn Eltern süchtig und / oder psychisch krank sind, spricht so gut wie niemand darüber –  in den Familien nicht, mit Freunden nicht und mit anderen Personen nicht. Die Gründe sind:

  • weil man sich schämt,
  • weil man es für normal hält,
  • weil man sich schuldig fühlt,
  • weil Eltern es nicht wollen,
  • weil ….

„In Deutschland leben rund 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche mit mindestens einem sucht- oder psychisch kranken Elternteil zusammen. Dies führt zu vielen belastenden Erfahrungen von Isolation, Stigmatisierung und häufig auch von psychischer und körperlicher Gewalt. Die betroffen Kinder- und Jugendliche tragen ein mehrfach erhöhtes Risiko, selber im Laufe ihres Lebens eine Sucht oder andere psychische Erkrankung zu entwickeln.“

Kinder aus Familien, in denen ein Suchtproblem und/oder eine psychische Erkrankung aufgetreten ist, brauchen in besonderer Weise Unterstützung und Zuwendung. Für diese Kinder ist eine frühe Prävention besonders wichtig. Der Kreisdiakonieverband Rems-Murr-Kreis und die Caritas bieten gemeinsam speziell für diese Kinder Gruppen in Backnang, Schorndorf und Waiblingen an, die in der Schulzeit einmal in der Woche stattfinden. Die Teilnahme ist unbegrenzt und kostenfrei.

Durch dieses spezifische Gruppenprogramm können die Kinder entlastet werden und Stärken und Fähigkeiten entwickeln, um mit schwierigen Situationen umgehen zu können. Im spielerischen Umgang gelingt es, die innere Isolation zu durchbrechen und neue Verhaltensweisen einzuüben. Gleichzeitig erleben die Kinder, dass sie mit ihrer Lage nicht alleine sind und können erfahren, dass sie nicht an der Erkrankung der Eltern schuld sind.

Interessierte Menschen, die Fragen zu den Kindergruppen haben, können sichan die Beratungsstellen wenden oder unter folgender Mailadresse (auch anonym) Kontakt mit uns aufnehmen: Kindergruppe@kdv-rmk.de

Kinder aus Familien mit Suchtproblemen und/oder psychischen Erkrankungen müssen stärker in den öffentlichen Fokus rücken, weil sie sonst unsichtbar und ihre Belastungen weiter lange unbemerkt bleiben – bis weit in das Erwachsensein hinein. Diese Kinder haben ein höheres Risiko selbst psychische, soziale oder Suchtprobleme zu entwickeln. Problematisch: sie erhalten oft keine ausreichende Unterstützung.

Öffentliches Bewusstsein ist sehr entscheidend, um das Tabu zu brechen, Hilfsangebote auszubauen und Fachkräfte zu sensibilisieren. Nur wenn die Gesellschaft, Politik und Institutionen diese Kinder gezielt wahrnehmen und fördern, können Schutz, Prävention und Hilfsangebote verbessert werden.

Literatur- und Quellenverzeichnis:

Von https://nacoa.de/neuigkeiten/mehr-aufmerksamkeit-fuer-kinder-aus-sucht-und-psychisch-belasteten-familien, 15.10.2025


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