Zum Inhalt springen

Top oder Flop? So steht es um den Kampf gegen den Cannabis-Schwarzmarkt

Viele Jugendliche und junge Erwachsene haben am 01. April 2024 gejubelt. An diesem Tag trat das Cannabisgesetz in Kraft. Dies legalisierte teilweise den Anbau, Besitz und den Konsum. Die Intention der Regierung war es, den Schwarzmarkt bezüglich Cannabis auszurotten. Die Frage ist, welche Rechtlichen Grundlagen gelten denn jetzt überhaupt, und welche Bilanz können wir nach 1 ½ Jahren Entkriminalisierung von Cannabis ziehen?

Das Cannabisgesetz (kurz CanG) erlaubt den privaten Anbau von 3 Cannabispflanzen pro Erwachsener Person, jedoch nicht über 50g. Außerdem darf man in der Öffentlichkeit bis zu 25g Cannabis mit sich tragen, der Konsum wird trotz all dem in der Öffentlichkeit eingeschränkt. Der Cannabis-Konsum in der Öffentlichkeit muss 100 Meter Abstand zu Kindergärten, Schulen, Spielplätze, weitere Kinder- und Jugendeinrichtungen und öffentliche Sportstätten haben. Auch das Auto-fahren unter Einfluss von Cannabis hat Folgen. 3,5 Nanogramm sind erlaubt. Um es zu veranschaulichen kann man diesen Wert mit 0,2 Promille vergleichen. Wer mit mehr Nanogramm am Steuer erwischt wird, droht ein Bußgeld und ein Fahrverbot. (vgl. NDR 2024)

Nach eineinhalb Jahren Entkriminalisierung von Cannabis, zieht die Regierung eine erste Bilanz.

Die CDU/CSU sagt, es sei eine Einladung für Kriminelle, denn wie Dr. Silke Launert sagt, habe das CanG die Tore für die Mocro Mafia geöffnet. Diese habe es jetzt viel leichter nach Deutschland zu liefern. Der Gesundheitsminister sagt hingegen, dass es ein wichtiger Paradigmenwechsel sei, denn nicht die Konsumenten sind die Kriminellen, sondern die Dealer. Und da sagt er, dass wir dem CanG eine faire Chance geben sollen. (vgl. Deutscher Bundestag 2024)

Auch die Stadt Stuttgart zieht ihre Bilanz. Dr. Cabanis, der Ärztliche Direktor Klinikum Stuttgart, erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin, erzählte, dass man erwartet hätte, dass der Konsum zunimmt und so mit auch die Patienten im Klinikum. Jedoch verneint er dies, denn die Betroffenen kommen scheinbar freiwilliger und früher um sich helfen zu lassen. Dr. Cabanis sagt, dass der Konsum eher ein Warnsignal, für schon bestehende psychische Probleme sei. (vgl. Tagesschau 2025)

Der EKOCAN-Bericht hat sich das neue Cannabis-Gesetz mal genauer angeschaut und liefert erste Ergebnisse. Die gute Nachricht: Es gibt keinen krassen Anstieg beim Kiffen, weder bei Erwachsenen noch bei Jugendlichen. Die Zahl der Leute, die Cannabis nehmen, ist in den ersten Monaten wohl ziemlich gleichgeblieben. Auch bei der Kriminalität hat sich etwas getan: Weil man kleine Mengen jetzt legal besitzen darf, sind die Zahlen der Cannabis-Straftaten deutlich runtergegangen. Das Gesetz hat also da schon mal funktioniert. Das Problem ist aber der Schwarzmarkt: Der sollte eigentlich durch die Anbauvereine (Clubs) verdrängt werden, aber das klappt bisher überhaupt nicht. Die Vereine spielen da noch keine große Rolle. Im Straßenverkehr gab es keine sofortigen, negativen Auswirkungen – also nicht plötzlich mehr Unfälle wegen Cannabis. (vgl. Manthey et al. 2025)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die teilweise Legalisierung von Cannabis durch das am 1. April 2024 in Kraft getretene Cannabisgesetz (CanG) darauf abzielte, den Schwarzmarkt auszurotten und den Umgang mit der Droge neu zu regeln. Nach anderthalb Jahren zeigt die Bilanz: Trotz starker politischer Kritik, die von einer „Einladung für Kriminelle“ spricht, gibt es keinen drastischen Anstieg des Cannabiskonsums bei Jugendlichen oder Erwachsenen. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass die Bemühungen zur Verdrängung des Schwarzmarktes – insbesondere durch die geplanten Anbauvereinigungen – bisher nicht erfolgreich waren. Positiv ist, dass die Zahl der Cannabis-Straftaten durch die Entkriminalisierung des Kleinbesitzes deutlich zurückging. Im medizinischen Bereich wird beobachtet, dass Betroffene früher Hilfe suchen. Insgesamt sehen Forscher das Gesetz als funktionierend an und kein Grund zur Panik, betonen aber, dass Nachbesserungen nötig sind, um das Schwarzmarkt-Problem in den Griff zu bekommen.

Literatur- und Quellenverzeichnis:


Deutscher Bundestag (2024): Aktuelle Stunde: Cannabis – Legalisierung oder Gesundheitsschutz? Textarchiv, Plenarprotokoll. Online im Internet unter: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw46-de-aktuelle-stunde-cannabis-1029702 (Zugriff am 20.10.2025).

Manthey, Jakob; Jacobsen, Britta; Kalke, Jens; Kraus, Ludwig; Radas, Senadin; Schranz, Anna; Verthein, Uwe; Kotz, Daniel; Klosterhalfen, Stephanie; Steinhoff, Paula; Kinzig, Jörg; Iberl, Benedikt; Rebmann, F. & Schreier, S. (2025): Evaluation des Konsumcannabisgesetzes (EKOCAN): 1. Zwischenbericht. Hamburg: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). URL: https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/17993 (Abrufdatum: 20.10.2025).

NDR (2024): Cannabisgesetz: Welche Regeln gelten seit der Legalisierung. Online unter: https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Cannabisgesetz-Welche-Regeln-gelten-seit-der-Legalisierung,cannabisfaq100.html [Zugriff am 20.10.2025].

Tagesschau: Cannabis-Bilanz: Was hat die Teillegalisierung gebracht? Stand: 09.04.2025. URL: https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/cannabis-bilanz-100.html (Abrufdatum: 20.10.2025).


,

Abhängigkeit Alkohol Angebot Angehörige Behandlung Beratung Betroffene Cannabis Drogen Entkriminalisierung Essstörungen Folgen Gesundheit Hilfeangebot Hilfesystem Jugendschutz Kinder Kinder und Jugendliche Konsumreduktion Krisen Kurs MPU Nikotin Prävention Schwangerschaft Snus Sucht Suchtberatung Tabak Vapes