Kokain ist geruchs- und farblos, hat einen bitteren Geschmack und wirkt örtlich betäubend. Meistens kommt es als weißes Pulver vor. Die meisten Menschen konsumieren Kokain nasal. Eher selten konsumieren Menschen Kokain intravenös oder bereiten es chemisch auf, um es anschließend als Crack oder Freebase zu rauchen.
Geschichte
Kokasträucher galten vermutlich bereits 2500 v. Chr. als Kulturpflanze und wurden in Südamerika angepflanzt. Bis heute gelten die Blätter des Kokastrauches dort als Genussmittel.
Im 19. Jahrhundert stellte der Chemiker Albert Niemann fest, dass das reine Kokain, also die chemische Isolation der Kokapflanze, eine sowohl örtlich betäubende als auch leistungssteigernde Wirkung hervorruft. So wurde Kokain im medizinischen Kontext verwendet.
1885 bis 1906 wurde Kokain u.a. Coca-Cola beigefügt – nachdem jedoch viele tödliche Vergiftungen in diesem Zusammenhang folgten, wurde 1914 Kokain als Zutat in rezeptfreien Arzneien und Getränken verboten. Ab 1920 wurde Kokain immer häufiger als Rauschmittel verwendet.
In den 1980er-Jahren entstanden Crack und Freebase, die bis heute als Sonderformen von Kokain bekannt sind und geraucht werden.
Dosierung
Die Dosierung von Kokain lässt sich nicht pauschal berechnen, da es eine Rolle spielt, wie häufig und wie viel ein Mensch schon konsumiert hat und wie sich dessen Stoffwechsel verhält.
Wirkdauer
| Wirkeintritt | Wirkdauer | |
| Schnupfen | nach ca. 2-3 Minuten | ca. 30-60 Minuten |
| Spritzen | innerhalb von Sekunden | ca. 5-20 Minuten (bei Dauer-Konsument*innen kürzer) |
Wirkung
Kokain kann bei jedem Menschen anders wirken. Zu den körperlichen Wirkungen zählen:
- Beschleunigung von Stoffwechsels, Puls und Atmung
- Anstieg von Körpertemperatur und Blutdruck
- Pupillenerweiterung
- Unterdrückung von Hunger, Durst und Müdigkeit
- vermindertes Schmerzempfinden
- erhöhte Konzentrations- und/oder Aufmerksamkeitsfähigkeit
- gesteigerter Rede-/Bewegungsdrang
Psychische Wirkungen können sein:
- Euphorie, Ausgelassenheit
- erhöhte Risikobereitschaft
- starkes Selbstvertrauen
- keine Ängste und Hemmungen
- Schwächung der Kritikfähigkeit
- starkes sexuelles Verlangen, aber auch Gegenteil ist möglich
Nachweisbarkeit
Nicht nur die Wirkung, sondern auch die Nachweisbarkeit von Kokain ist individuell, da der Stoffwechsel bei jedem Menschen unterschiedlich schnell arbeitet. Außerdem spielen auch hier die Konsumhäufigkeit und -menge eine Rolle, die nachfolgenden Werte sind können daher nur eine grobe Orientierung geben:
| Kokain | Benzoylecgonin (Abbauprodukt von Kokain) | |
| Blut/Serum | 6-24 Stunden | 2-3 Tage |
| Urin | einige Stunden | 2-4 Tage (bei häufigem Konsum 15-22 Tage) |
Bei Haarproben kann schon der einmalige Gebrauch von Kokain über mehrere Monate hinweg nachgewiesen werden.
Abhängigkeit
Einen sicheren Konsum von Kokain, Freebase oder Crack gibt es nicht, bei wiederholtem und anhaltendem Konsum kann eine Abhängigkeit entstehen.
Eine Abhängigkeit kann bei Beendigung des Konsums zu psychischen oder körperlichen Entzugssymptomen führen. Meistens kommen bei einem Entzug beide Formen vor, allerdings sind die psychischen Entzugssymptome schwieriger zu behandeln als die körperlichen.
Bei einem Kokain-Entzug ist die psychische Symptomatik stärker vertreten, während bei einem Crack- oder Freebase-Entzug auch die körperlichen Entzugserscheinungen stark zum Vorschein kommen.
Mögliche psychische Entzugserscheinungen können Wahnvorstellungen, Psychosen, Angstzustände, Persönlichkeitsveränderungen, ein starkes Konsumverlangen und das Gefühl von unter der Haut krabbelnden Insekten sein. Körperliche Entzugserscheinungen können Juckreiz, Erschöpfung, Müdigkeit, Bluthochdruck, Schüttelfrost und unkontrolliertes Zittern und Zucken sein.
Mögliche Folgeschäden, unabhängig von den Entzugserscheinungen, können Wahnvorstellungen, Atemversagen, Krampfanfälle, Herzinfarkt, Bewusstseinsstörungen, Bluthochdruck, Blutdruckabfall, Koma oder ein gesteigertes Aggressionsverhalten sein.
Literatur- und Quellenverzeichnis:
DHS. (2018). Die Sucht und ihre Stoffe: Kokain, Crack & Freebase [Broschüre], ds drug scouts (2017). #13 Kokain [Broschüre].
- Geschichte der Drogenhilfe in Deutschland
- Kokain
- Was ist Suchtnachsorge?
- Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende
- Naloxon
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